Unsere Schaufenster

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen unsere aktuellen Schaufensterausstellung. Hintergrundinformationen zu dem Thema haben wir für Sie zusammengestellt und erhalten Sie jederzeit bei einem persönlichen Besuch in der Mühlenstraße 33.

Aktuelles Thema: Die Hanse und Klaus Störtebeker

Die Geschichte der Hanse

Die Hanse (althochdeutsch Hansa „Gruppe, Gefolge, Schar“) ist die allgemeine Bezeichnung für den Zusammenschluss niederdeutscher Kaufleute. Sie entstand im Mittelalter (12. Jahrhundert) mit dem Ziel, gemeinsame wirtschaftliche Interessen, insbesondere auch im Ausland, erfolgreicher zu vertreten. Die Vereinigung der Hansestädte (Städtebund der Hanse) verfolgte hierbei auch eine verbesserte Sicherheit der Transportwege (Überfahrten). Die Dokumente der Hanse bezeugen auch, dass der Schutz vor den damals vielen Piraten und Räubern auf dem Land ein sehr wichtiges Anliegen der Hanse war. Nahezu 300 See- und Binnenstädte Nordeuropas waren in der wichtigen Zeit miteinander verbunden. Auch die skandinavische Sprache wurde teilweise von der mittelniederdeutschen Sprache der Hanse beeinflusst. Heute verbindet man mit der deutschen Hanse den Städtebund.

Die Handelswege wurden sowohl über Land als auch über See abgewickelt. Der Seehandel wurde besonders bevorzugt, da er im Vergleich zu den Landwegen als sicher galt. Darüber hinaus konnten die Geschäfte auch schneller und unkomplizierter abgewickelt werden, denn es gab weniger Zollabgaben. Die Hanse zeichnete sich außerdem auch durch den Einsatz der typischen Segelschiffe (Hansekoggen) als Seehandelsmacht aus. Die Schiffe mit ihren großen Ladeflächen entsprachen damals den hohen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Geschwindigkeit. Im 14. Jahrhundert glänzte die Handelsflotte der Hanse international mit einer Tragfähigkeit von ca. 100.000 Tonnen.

Die Kogge wurde später durch noch größere Schiffstypen (Holk, Kraweelen) ersetzt. Neben den markanten Schiffen symbolisieren auch die Farben der Hanse (weiß und rot) den besonderen Kaufmannsbund. Sie sind noch heute in den Stadtwappen vieler Hansestädte vertreten. Wichtige Handelsgüter der Hanse waren vor insbesondere Speisesalz, Salz, Wein, Stockfisch, Heringe, Felle, Bier, Wachs und Stoffe.

Der Zerfall der Hanse erfolgte im 17. Jahrhundert aus verschiedenen Gründen: das Fehlen einer internationalen Bankwirtschaft, die Gebietskörperschaften konnten nicht zusammen gehalten werden, religiöse Differenzen und Interessensunterschiede mit dem Kaiser etc. Im Jahr 1669 wurde die letzte Sitzung in Lübeck einberufen und die Trennung erfolgte friedlich. Die Städte Lübeck, Bremen und Hamburg wurden mit den künftigen Belangen betraut.

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker (* um 1360; † 20. Oktober 1401 in Hamburg) war einer der berühmtesten Piraten in der Zeit der Hanse. Er galt als Anführer der Vitalienbrüder oder auch Likedeeler (aus dem Niederdeutschen = Gleichteiler). Der Name Störtebeker (aus dem Niederdeutschen = „Stürz den Becher“) wurde von Störtebekers Trinkfestigkeit abgeleitet. Der Sage nach konnte er vier Liter Bier in einem Zug austrinken.

Die Seeräuber kämpften im Auftrag für Dänemark gegen die Hanse. Sie wurden von der dänischen Königin Margarete I. beauftragt, Hanse-Schiffe zu plündern. Die Hanse war im Mittelalter eine bedeutende Vereinigung verschiedener Handelsstädte in Europa. Die meisten Hansestädte befanden sich an der Meeresküste. Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock und Stockholm waren wichtige Mitglieder der Hanse-Kooperation. Die Piraten trieben in der gesamten Ostsee ihr Unwesen, bis zu der Zeit, als sich das dänische Königreich wieder mit der Hanse versöhnte. Noch handelten die Piraten im Auftrag von Dänemark und versuchten Macht über Stockholm zu erreichen. Nach einer Zeit eines erbitterten Kampfes kehrte seitens des Königreichs wieder Frieden ein. Jedoch hatten die Seeräuber inzwischen Gefallen an ihrer Tätigkeit gefunden und machten sich selbstständig. Klaus Störtebeker zog mit seiner Mannschaft auf dem Schiff „Roter Teufel“ in die Nordsee und verbündete sich mit den Friesen, die dort lebten.

Im Jahr 1400 verloren die Friesen den Krieg gegen die Hanse und mussten sich verpflichten, den Piraten zukünftig den Einlass in ihr Land zu verwehren. Störtebeker fand in dem holländischen König Albrecht seinen neuen Auftraggeber und kämpfte in seinem Namen gegen die Hanse. Ein Jahr später verlor Störtebeker die Schlacht mit der Hanse. Er wurde als Gefangener in die Stadt Hamburg gebracht.

Tod und Bestattung

Die Enthauptung von Klaus Störtebeker wurde am 20. Oktober 1401 vollzogen. Der Bürgermeister von Hamburg entsprach zunächst Störtebekers letztem Wunsch: Die gefangenen Seeräuber, an denen der Kopflose noch vorbeilaufen konnte, sollten freigelassen werden. Gemäß der Sage konnten somit 11 Gefangene freigelassen werden. Bei dem 12. Seeräuber stellte ihm der Scharfrichter ein Bein. Am Ende wurde jedoch die ganze Mannschaft enthauptet. Auch der Scharfrichter wurde wenig später im Rahmen des Tumults durch sein eigenes Schwert getötet.

Anfangs blieb die Suche nach den Schätzen der Seeräuber erfolglos. Nach der Erzählung fand jedoch ein Schiffszimmermann, der das Schiff „Roter Teufel“ zerlegte, einen Masten, der mit Mengen von Gold befüllt war. Dieses Gold wurde der Sage nach für die Fertigung der Krone der Hamburger Katharinenkirche verwendet. Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Schätze der Seeräuber zu einem Versteck auf der Ostsee-Insel Rügen gebracht wurden. Angeblich sollen der Ort des Schatzes und die Begräbnisstelle Störtebekers nicht unbekannt sein. So soll jeweils ein Fischer darüber Bescheid wissen. Kurz vor seinem Ableben muss dieser Fischer das Geheimnis einem anderen Fischer aus der Nachbarschaft anvertrauen, so dass jeweils nur ein lebender Mensch die geheimnisvollen Orte kennt.

Die Geschichte der Piraten ist noch heute ein Faszinosum für die Menschen jeden Alters. Insbesondere die Legende von Klaus Störtebeker wird auch in Zukunft weiterhin lebendig bleiben.

 

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