Kinder und Tod
Wie erkläre ich meinem Kind den Tod?
Grundsätzlich fällt es Kindern leichter als Erwachsenen, mit Gefühlen wie Trauer umzugehen. Durch ihre Offenheit und Neugierde reagieren sie meist instinktiv. Gesellschaftliche Normen und Tabus, die Hemmungen oder Ängste hervorrufen können, haben Kinder noch nicht verinnerlicht. Das sind gute Voraussetzungen, um das Thema Tod und Sterben ehrlich und offen anzusprechen. Erklären Sie dem Kind die Endgültigkeit des Todes und geben Sie ihm gleichzeitig die Chance, über seine eigenen Gefühle zu sprechen. Auch wenn Kindern das Ausmaß des Verlustes zunächst vielleicht nicht immer klar ist, so spüren sie doch den Schmerz, wenn eine Bezugsperson stirbt. Zudem überträgt sich oft auch die Trauer der Erwachsenen. All das macht es so wichtig, über diese Gefühle zu sprechen. Bildhafte Beschreibungen können dabei helfen, Kindern abstrakte Themen verständlich zu vermitteln. Erwachsene sollten in den Gesprächen immer auch ihre eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen.
Was Kinder fragen
Wenn Kinder eine nahestehende Bezugsperson verlieren, fällt es vielen Erwachsenen schwer, einen Weg zu finden, darüber zu sprechen. Was uns selbst oft unerklärlich erscheint, kann man kaum einem Kind verständlich machen. Eines steht fest: Auch Kinder machen sich Gedanken über den Tod und das Sterben. Was sie meist nur schwer begreifen, ist, dass der Tod irreversibel ist und dass jedes Lebewesen jederzeit sterben kann. Genau wie uns Erwachsenen machen diese Vorstellungen auch Kindern Angst. Wichtig ist es, diese Ängste zu thematisieren. Für Kinder ist das bewusste Abschiednehmen von dem Verstorbenen extrem wichtig. Oft sind sie dabei viel offener und ungezwungener als Erwachsene, wovon letztlich alle profitieren können.
Die Wahrnehmung vom Tod hängt bei Kindern vom Stand ihrer Entwicklung ab. Erst ab dem zwölften Lebensjahr verstehen sie abstrakte und komplexe Prozesse.
Einige typische Fragen von (kleinen) Kindern:
- Wie sieht ein Toter aus?
- Wie ist das, wenn man tot ist?
- Was passiert mit dem Toten?
- Warum muss er in einen Sarg?
- Warum müssen wir einen Toten beerdigen oder verbrennen?
- Wie schwer ist der Sarg?
- Wie tief ist das Loch?
- Wie funktioniert der Verbrennungsofen? etc.
Diese Fragen „kindgerecht“ zu beantworten ist schwierig. Meist wird das Kind die Antworten mit seiner eigenen Fantasie vermischen. In der Folge können falsche Vorstellungen große Ängste auslösen. Erwachsene sollten dem Kind daher sehr genau zuhören, es zu den Themen Tod und Sterben zeichnen lassen oder die Themen spielerisch angehen. Allzu schlimme Fantasien lassen sich so durch ein realistisches Bild ersetzen, sodass Ängste minimiert werden können. Allerdings lässt sich die Angst vor dem Tod nicht gänzlich verhindern. Bei allen Erklärungen und Formulierungen sollte man dem Kind klar sagen, was diese bedeuten.
Persönlicher Abschied
Wer den Toten sieht und sich somit persönlich von ihm verabschiedet, muss sich später nicht mit möglichen Fantasien oder unrealistischen Ängsten auseinandersetzen. Der persönliche, direkte Abschied von dem Verstorbenen macht es leichter, den Tod zu begreifen. Erst dieses grundsätzliche Begreifen ermöglicht den Trauerprozess, der schwer, aber letztlich hilfreich ist. Daher spricht nichts dagegen, sowohl Kinder als auch Erwachsene mit dem Leichnam zu konfrontieren (es sei denn, dieser ist extrem entstellt). Wer den Tod realisiert, kann ihn besser akzeptieren und verarbeiten.
(Quelle: www.aspetos.at)


